Ergebnisse vom 37. Hermannslauf 2008
Pressespiegel (2)
Bielefelder Tageszeitungen:
Neue Westfälische, Nr. 99 vom Montag, den 28. April 2008
Artikel der Hermannslauf-Sonderseiten

Krull volle zehn Minuten voraus
Lipperin gibt den Ton an / Spaß auch bei Heckmann
VON CLAUS-WERNER KREFT
Bielefeld

Seit vor 15 Jahren die Streckenrekordlerin Doris Koslowski eine gute Viertelstunde Vorsprung ins Ziel brachte, ist keine Siegerin so überlegen gewesen wie Silvia Krull (LG Lage-Detmold) gestern bei ihrem zweiten Triumph. 10:01 Minuten betrug die Nettozeit-Differenz zu Kirsten Heckmann (SV Brackwede), die 2006 gewonnen hatte und wegen ihrer Knieprobleme auch mit dem 2. Rang überaus zufrieden war.

Von Beginn an lief Titelverteidigerin Krull einsam in der Siegerspur, an der männlichen Konkurrenz orientierte sie sich nicht. "Ich bin mein eigenes Rennen gelaufen und gut durchgekommen, obwohl es auch mir ein paar Grad zu warm war", strahlte die 29-jährige. Der zweite Sieg habe sie nicht weniger gefreut als der erste vor zwölf Monaten; es sei ein eben gutes Gefühl, einen Erfolg zu bestätigen zu können.

"Ich war mir meiner Sache recht sicher", verriet die Siegerin, die sich im übrigen durch sympathische Bescheidenheit auszeichnet. Auf ihre künftigen Streckenrekord-Chancen angesprochen, antwortete sie: "Die 1:59:26 dürften schwer zu unterbieten sein, damals war die Strecke ja auch noch etwas kürzer." Gestern ging es ihr darum, ihre Zeit vom Vorjahr (2:06:13) zu verbessern. Und das gelang mit 2:05:44 Stunden; den erhofften Sprung unter die 2:05 verhinderte die Wärme. 2009 möchte sie - wie jetzt ihr Vereinskollege Sansar - möglichst um den "Hattrick" kämpfen. Abgesehen von einer Fußverletzung beim Hermann 2006, blieben der erst seit 2004 aktiven Läuferin Rückschläge erspart.

Kirsten Heckmann ("Ich hätte mir 15 Grad Celsius weniger gewünscht"), bis etwa zu Hälfte vom Ex-Sieger Martin Sprenger begleitet, teilte ihre Kräfte besser als in manch anderem Rennen ein und vermied ein überzogenes Anfangstempo. "Die ersten 15 Kilometer habe ich genossen, erst dann mehr Druck gemacht und letztlich das gegenwärtige Optimum erreicht", so die promovierte Mathematikerin. Es sei ja kein echter Wettkampf gewesen, "weil der Sieg an diesem Tag nicht möglich und der 2. Platz ungefährdet war". Auch das lädierte Knie habe einigermaßen gehalten, sie wolle es jetzt aber gründlich auskurieren.

Übrigens blieb nur das Spitzenduo unter 2:20 Stunden - ein Tribut an die Wärme. Anfangs schien die W-40-Seniorin Petra Peschke (DJK Gütersloh) auf einen Medaillenrang zuzusteuern, lag vorübergehend an zweiter Stelle. Doch dann setzte sich die Kölnerin Marion Eschweiler, eine 35-jährige Export-Kauffrau mit familiären Verbindungen nach Ostwestfalen, bei ihrem dritten Hermannslauf immer besser in Szene. Sie bestach durch ihre Lockerheit, war aber selbst "überrascht, hier als Dritte ins Ziel zu kommen". Das Gütersloher Duell um Rang 4 gewann schließlich Stefanie Vergin vom Post SV, die ihre bislang beste Platzierung erreichte.